Perfektionismus ablegen im Business

Sei perfectly imperfect
Erwischst du dich auch regelmäßig dabei, deine Blogartikel, Grafiken oder Social Media Posts mehrmals zu überarbeiten? Fühlt sich ein Fehler für dich auch schnell wie ein Weltuntergang an, der deinem Business nachhaltig schadet? Hast du verschiedene Projekte bereits detailliert geplant, kommst aber einfach nicht in die Umsetzung? Dann hat dein Feind vermutlich den gleichen Namen wie meiner: Perfektionismus. Wie du diesen hinterlistigen Wegbegleiter erkennst, wie er dich ausbremsen oder sogar komplett blockieren kann und wie du lernst, deinen Weg gemeinsam mit ihm zu gehen, möchte ich dir in diesem Artikel zeigen.
Ist Perfektionismus nicht eigentlich etwas Gutes? Warum sollte ich ihn ablegen?
Ist Perfektionismus nicht eigentlich etwas Gutes? Warum sollte ich ihn ablegen?
Perfektion in gewissem Maße ist ein ganz normales Phänomen. Schließlich möchten wir unser Bestes geben und gute Ergebnisse liefern – sowohl bei der Arbeit als auch privat. Selbstverständlich soll die Grafik für Instagram gut aussehen und zum Branding passen oder das selbstgebastelte Weihnachtsgeschenk einen festen Platz an der Wand der beschenkten Person finden. Wie bei so Vielem gilt jedoch: Die Menge macht’s. Sorgt dein innerer Perfektionismus dafür, dass du Aufgaben aufschiebst oder einfach keinen Abschluss findest, kann das negative Auswirkungen haben – ganz unterschiedlicher Art.
Wie kann sich Perfektionismus in deinem Business äußern?
Wie kann sich Perfektionismus in deinem Business äußern?
Mit der ein oder anderen Form von Perfektionismus hat es wahrscheinlich jede:r ab und an zu tun. Spornt er dich an, dein Bestes zu geben und gute Leistungen, gute Kundenbeziehungen und Wachstum deines Business zu erreichen, handelt es sich dabei um funktionalen Perfektionismus – ablegen musst du ihn nicht. Denn in diesem Fall hat er meist positive Auswirkungen auf dich und dein Unternehmen. Perfektionismus kann aber auch ins Negative umschlagen und dich ausbremsen. Wir sprechen dann von dysfunktionalem Perfektionismus. Er kann sich auf verschiedenen Wegen äußern und dir Kopfzerbrechen bereiten.
Dysfunktionaler Perfektionismus kann dabei ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Natürlich erlebt jede:r von uns ab und an Selbstzweifel, kommt bei einem Projekt einfach nicht zum Ende oder fühlt sich falsch im eigenen Business. Problematisch wird es jedoch, sobald dich ein Perfektionismus regelmäßig blockiert und in deiner Arbeit und Weiterentwicklung einschränkt.
Perfectly imperfect: 11 Tipps, um deinen Perfektionismus abzulegen
Perfectly imperfect: 11 Tipps, um deinen Perfektionismus abzulegen
Wie du es schaffst, deinen Perfektionismus abzulegen? Dafür gibt es wie so oft kein allgemeingültiges Geheimrezept. Allerdings hast du schon einen wichtigen Schritt getan, wenn du weißt, dass dein Perfektionismus dich einschränkt. Um dem entgegenzuwirken, dich selbst anzunehmen und perfectly imperfect aufzutreten, habe ich dir ein paar Tipps zusammengestellt.
Setze klare & realistische Ziele
Häufig liegt die Ursache für Perfektionismus, der dich blockiert, schon in deinen Zielen. Steckst du dir unrealistische Ziele und setzt für deinen Erfolg voraus, dass du sie in kürzester Zeit erreichen musst, begünstigt das Selbstzweifel und Scheitern. Achte also bereits bei deiner Zielsetzung darauf, dass deine Ziele realistisch und vor allem klar formuliert sind. Statt einen Blog zu erstellen, auf dem du einen Artikel pro Woche veröffentlichst und der schon nach drei Monaten Hunderte Leser:innen haben soll, reicht die Erstellung des Blogs und eines guten Artikels pro Monat vielleicht auch aus. Teilst du deine Artikel über mehrere Plattformen, hast du gute Chancen, viele Leser:innen zu erreichen.
Akzeptiere und lerne aus Fehlern
Fehler sind menschlich – auch, wenn wir das teilweise nicht wahrhaben wollen. Ob in der Kundenkommunikation, in Kundenprojekten oder im Social Media Marketing – Fehler passieren und sind in den meisten Fällen gar nicht weiter schlimm. Vielmehr bieten sie dir die Möglichkeit, aus ihnen zu lernen. Du hast deinem Kunden eine zu knappe Deadline zugesagt? Jetzt weißt du, dass du beim nächsten Projekt ein paar Tage Puffer einplanst. Dein Instagram-Post hat ein paar Typos? Vielleicht kannst du daraus lernen, Posts nicht zwischen Tür und Angel zu erstellen oder auch einfach, dass Typos okay sind und deine Botschaft nicht verändern.
Priorisiere deine Aufgaben
Hast du perfektionistische Tendenzen, möchtest du wahrscheinlich auch am liebsten alle Aufgaben sofort und in bester Qualität erledigen. Klingt super – allerdings wird dir dabei schnell die Realität einen Strich durch deine Rechnung machen. Stattdessen ist es sinnvoll, Aufgaben zu priorisieren. Welche Kundenprojekte haben die kürzeste Deadline? Welche internen Aufgaben benötigen gerade wirklich deine Aufmerksamkeit und welche können auch bis zur nächsten Woche liegenbleiben? Ein digitaler oder klassischer Papier-Planer kann dich bei der Priorisierung unterstützen.
Setze dir Deadlines
Du schiebst vor allem eigene Projekte immer wieder auf und möchtest in diesem Bereich deinen Perfektionismus ablegen? Dann können möglicherweise Deadlines helfen. Ähnlich wie bei Kundenprojekten setzt du dir einen festen Termin, zu dem dein nächster Blogartikel veröffentlicht wird. Das kann dabei helfen, übermäßiges Überarbeiten zu vermeiden und ein Ende beim Projekt zu finden.
Nimm dir Zeit für Reflexion
Auch regelmäßige Reflexion kann dabei helfen, deinen Perfektionismus abzulegen. Nimm dir etwa einmal im Monat Zeit, die letzten Wochen zu reflektieren. Was lief gut? Gab es Punkte, an denen Perfektionismus dich blockiert hat? Wenn ja, wodurch wurde er ausgelöst und kannst du etwas daran ändern? Je bewusster du dir bist, in welchen Bereichen dich Perfektionismus einschränkt, desto besser kannst du dagegen arbeiten. Außerdem siehst du durch regelmäßige Reflexion auch, welche Dinge gut liefen, obwohl sie deiner Meinung nach vielleicht nicht perfekt waren.
Setze Grenzen und halte sie ein
Kennst du das auch? Deine Woche ist ohnehin schon voll, aber dein Kunde fragt eine kleine Aufgabe an, die du sicherlich dazwischenschieben kannst? Wenn die Aufgaben doch zu viel sind, arbeitest du einfach ein wenig länger? Wochenende ist für dich auch eher ein Fremdwort? Dann ist es vielleicht sinnvoll, dass du dich mit dem Thema Grenzen auseinandersetzt. Wann möchtest du Feierabend machen? Wie viele Stunden in der Woche möchtest du arbeiten und wie viel Vorlaufzeit benötigst du für deine Kundenprojekte? Je besser du deine Grenzen kennst, desto besser kannst du sie einhalten und vor allem nach außen kommunizieren.
Setze dir Limits für die Überarbeitung
Du überarbeitest deine Social Media Posts, Blogartikel und Kundenarbeit immer und immer wieder? Bei jeder Überarbeitung hast du noch immer das Gefühl, dass du etwas besser machen könntest? Dann können dir klare Limits für deine Überarbeitungen helfen. Lies zum Beispiel maximal zweimal über deine Posts und Artikel drüber, bevor du sie veröffentlichst. Sollten dir danach noch Fehler auffallen, kannst du entweder aus ihnen lernen oder sie im Falle eines Blogartikels nachträglich korrigieren. Kein:e Kund:in wird aufgrund kleinerer Fehler eine Zusammenarbeit mit dir ausschließen.
Gut reicht aus
Muss wirklich immer alles perfekt sein? Welche Erwartungen stellst du beispielsweise an deine Kund:innen, Freund:innen oder dein Netzwerk? Sind deine Erwartungen an dich selbst höher als an alle anderen? Wenn du zu Perfektionismus neigst, lautet die Antwort auf diese Frage wahrscheinlich ja. Dabei ist es weder realistisch noch nötig, dass jedes einzelne Arbeitsergebnis perfekt ist. Du bist mit einer Grafik zufrieden, aber dir fehlt das gewisse Extra? Verwende sie trotzdem, statt die Veröffentlichung tagelang vor dir herzuschieben. Gut reicht in vielen Fällen absolut aus.
Vermeide den Vergleich mit anderen
Deine Konkurrenz scheint immer alles besser zu machen? Andere Selbstständige schaffen ihre Arbeit mit Leichtigkeit? Du bist einfach nicht so gut wie dein Umfeld? In vielen Fällen handelt es sich dabei nur um deine eigene Wahrnehmung. Auch deine Konkurrenz hat Probleme, andere Selbstständige haben auch Selbstzweifel. Der Unterschied: Du siehst diese Probleme in der Regel nicht online und hörst sie auch nicht immer im direkten Austausch. Vielmehr bekommst du vor allem die positiven Aspekte der meisten Menschen mit, weshalb ein Vergleich oft eher hinderlich als förderlich ist. Konzentriere dich stattdessen auf dich, deine Herausforderungen und Wege, wie du sie meistern kannst.
Bringe Struktur in deinen Alltag
Auch eine klare Struktur im Alltag kann dabei helfen, Perfektionismus abzulegen. Definiere etwa feste Arbeitszeiten, damit du nicht bis ins Unendliche an deinen Projekten arbeitest und halte Wochenenden oder freie Tage unter der Woche ein, um abschalten und neue Energie und Kreativität tanken zu können. Auch Pausen helfen dabei, die Kreativität und Produktivität wieder in Schwung zu bringen und vor allem den Kopf aus der ständigen Arbeitsspirale herauszubekommen.
Fang einfach an
Hält dich dein Perfektionismus davon ab, in die Umsetzung zu kommen? Dann kannst du versuchen, nach dem Grundsatz „Trau dich, es schlecht zu machen“ zu arbeiten. Du sagst dir damit aktiv, dass du keine Erwartungen an dich stellst und damit rechnest, dass dein Ergebnis schlecht wird. Das sorgt dafür, dass du dich nicht mehr selbst blockierst und stattdessen in die Umsetzung kommst. Wahrscheinlich bist du am Ende sogar überrascht, dass dein Ergebnis besser ist als du zunächst erwartet hattest.
Fazit: Perfektionismus ablegen und authentisch bleiben
Fazit: Perfektionismus ablegen und authentisch bleiben
Indem du lernst, Perfektionismus abzulegen, schaffst du Raum für Authentizität in deinem Business. Ein authentischer Auftritt bedeutet dabei nicht, fehlerfrei zu sein – im Gegenteil. Er erlaubt dir, als Mensch greifbar zu werden, mit deinen Stärken und Schwächen. Kund:innen schätzen es, wenn du echt bist: Das schafft Vertrauen und baut langfristige Verbindungen auf. Zeige dich so, wie du bist, und stelle den Nutzen für deine Zielgruppe in den Fokus, statt dem perfekten Text oder Post nachzujagen. Authentizität ist nicht nur befreiend, sondern auch ein wesentlicher Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg – sowohl für dein Business als auch für dich persönlich. Trau dich, perfectly imperfect zu sein!