Auszeit nehmen:

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©️Artem Beliaikin - Unsplash

Warum dein Business und dein Körper es dir danken

Kaum etwas scheint für uns Selbstständige schwieriger als Auszeiten zu nehmen. Du fährst in den Urlaub? Natürlich nimmst du zur Sicherheit den Laptop mit – bei einem Kunden könnte ja die Welt untergehen. Feiertage? Sind der perfekte Zeitpunkt, ohne externe Kommunikation arbeiten zu können. Krank sein? Ist den Deadlines auch egal, also powerst du durch. Findest du dich in einem oder mehreren dieser Szenarien wieder? Keine Sorge – geht mir auch immer wieder so. So sehr wir auch daran glauben möchten, dass selbst und ständig für uns funktioniert, kommen wir immer irgendwann an unsere Grenzen. Wie schaffst du es jetzt aber, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen? Lass mich dir zeigen, wie du Auszeiten im Business nehmen kannst und wie sowohl dein Körper als auch dein Business selbst dir dafür danken werden.

Warum ist es so wichtig, Auszeiten zu nehmen – auch im Business?

Auszeiten, Pausen, Feierabend – all das scheint für viele Menschen optional. Dabei ist es aus gleich mehreren Gründen wichtig, dass wir zwischendrin abschalten und nicht dauerhaft für den Job funktionieren. Auch dann, wenn wir unseren Job wirklich lieben.

  • Abstand von Stress: Ob spontane Meetings, knappe Deadlines oder die nicht aufhörende Flut an E-Mails, die uns täglich erreicht – Stress ist ein alltäglicher Begleiter. Bleibt der Laptop bewusst für eine längere Zeit geschlossen, nimmst du wirklich Abstand vom Stress und kannst dich erholen.
    Fun Fact: Eine im Journal of Happiness veröffentlichte Studie hat ergeben, dass die Effekte einer Auszeit am 8. Tag des Urlaubs am stärksten ausfallen. Noch wichtiger sei allerdings die Erholung und die Erfahrungen, die die Probanden in der freien Zeit machten, um langanhaltende Effekte zu zeigen.

  • Neue Perspektiven: Kommst du aus deinem üblichen Alltag heraus, öffnet das häufig neue Perspektiven und bringt neue Ideen. Auch auf festgefahrene Probleme schaust du mit etwas Abstand meist anders, als wenn du im Alltag immer wieder damit konfrontiert wirst.

  • Fokus auf private Interessen: Wann hast du dir das letzte Mal Zeit genommen, ein Buch zu lesen, mit dem Rad die Umgebung zu erkunden oder einen neuen Song auf der verstaubten Gitarre zu lernen? Oft schluckt der Arbeitsalltag unsere ganze Energie, sodass private Interessen viel zu kurz kommen. Im Urlaub kannst du dich endlich mal wieder auf diese Interessen fokussieren.

  • Bessere Leistung: Gerade nach einer wirklich stressigen Zeit sacken Motivation und Leistungsfähigkeit ab. Nimmst du dir dann eine Auszeit, kannst du im Anschluss wieder fit und erholt in neue Projekte starten. Erholung und weniger Stress sorgen auch schnell dafür, dass deine Leistung auf einem hohen Niveau liegt.

  • Mentale & körperliche Gesundheit: Dass dauerhafter Stress negative Auswirkungen auf unsere mentale und körperliche Gesundheit hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Nimmst du dir regelmäßig Auszeiten und erholst dich, tust du damit aktiv etwas für deine Gesundheit – ob vom Gipfel eines Berges aus, am Meer, im Garten oder auf dem heimischen Balkon.

TL;DR: Auszeiten reduzieren Anspannung, stärken Konzentration und Motivation und tun dir gut. Dabei muss es kein 3-wöchiger Luxusurlaub sein – auch kurze Auszeiten von einer Woche helfen schon. Warst du eigentlich schon mal Tourist in der Stadt, in der du lebst? Denn auch Wegfahren muss nicht immer sein.

Von Spaziergängen bis zu längeren Reisen: 7 Wege, eine Auszeit zu nehmen

Wichtig ist, dass es in deiner Auszeit darum geht, Dinge zu tun, die nicht dein Alltag sind. Nutzt du die Zeit, um Arzttermine wahrzunehmen, Verpflichtungen nachzugehen oder den Frühjahrsputz zu erledigen, schmälert das den Erholungseffekt. Deshalb fühlst du dich auch in der Regel nach einer Reise so viel erholter als nach einer freien Woche zu Hause. Du kannst aber sowohl zu Hause als auch bei einer Reise wirkliche Erholung finden und gestärkt aus deiner Auszeit zurückkommen. Ein paar Ideen habe ich für dich zusammengestellt – teilweise selbst getestet.

Der Klassiker: Reisen
Der üblichste Weg für eine Auszeit von der Arbeit und dem Business ist natürlich eine Reise. Ob für wenige Tage, eine oder mehrere Wochen, ob in die Berge, ans Meer oder in eine Großstadt – welche Art der Reise für dich am besten funktioniert, kommt ganz auf deine Wünsche an. Natürlich kannst du auf Reisen auch eine längere berufliche Auszeit in Form eines Sabbaticals nehmen. Dein großer Vorteil in der Selbstständigkeit ist hier die Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber. Soll es aber eher eine kurze Auszeit werden, ist das Schöne daran: Da die Erholung nach 8 freien Tagen ihr Maximum erreicht, sind mehrere kurze Auszeiten im Jahr sogar wirksamer als ein langer Jahresurlaub.

Zu Hause Tourist sein
Du suchst nach Erholung, kannst oder möchtest aber gerade nicht verreisen? Dann werde doch mal zum Touristen in deiner Heimatstadt. Statt deiner üblichen Ziele besuchst du solche Ziele, nach denen du suchen würdest, wenn du auf Reisen wärst. Den Weg zum Supermarkt kennst du natürlich auswendig. Wie steht es aber um spannende Museen, Fotospots in der Nähe oder ein paar neue Restaurants? Auch in der Heimat kannst du Neues entdecken, das dich aus dem Alltag herausholt.

Digital Detox
Trackst du die Zeit, die du täglich am Smartphone verbringst? Zugegeben – ich nicht, weil ich Angst vor der Zahl habe, die am Ende auf meinem Bildschirm steht. Dass die meisten von uns zu viel Zeit am Handy verbringen, ist kaum noch ein Geheimnis. Du kannst deine Auszeit bewusst nutzen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Verbanne Instagram, LinkedIn, TikTok und Co. komplett von deinem Smartphone oder setze tägliche Nutzungslimits. Noch besser ist es natürlich, wenn du dein Handy ein paar Tage komplett ausschaltest – dass das aber für viele einfach unrealistisch ist, ist verständlich. Zumindest dein berufliches Handy kannst du aber ausschalten. Du hast frei und musst für deine Kund:innen nicht erreichbar sein. Anrufbeantworter und Abwesenheitsnotiz sind deine Freunde.

Kochabende
Eine Form der Auszeit, die du auch in deinen beruflichen Alltag integrieren kannst: Kochabende. Oft ist Kochen ein Mittel zum Zweck, wirklich Zeit nehmen wir uns dafür aber nur selten. Dabei kann es unerwartet erholsam sein, wenn du endlich dieses eine Gericht selbst kochst, das du schon immer mal ausprobieren wolltest. Möchtest du eine regelmäßige Koch-Auszeit machen, kannst du beispielsweise verschiedene Länder heraussuchen und kulinarisch verreisen. Passende Playlists findest du mittlerweile überall – so entsteht sogar ein wenig Urlaubsatmosphäre an einem ganz normalen Dienstag.

Kreatives Projekt
Wann hast du dir das letzte Mal Zeit für ein größeres kreatives Projekt genommen? Ob Zeichnen, Schreiben oder etwas bauen – nimm dir Zeit für deine Kreativität. Vielleicht könnte auch dein Büro einen neuen Anstrich oder neue Deko gebrauchen? Natürlich kann ein Kreativprojekt auch dazu da sein, deine Arbeitsumgebung zu verschönern. So nimmst du nicht nur eine Auszeit vom Job, sondern sorgst auch dafür, dass du dein Arbeitsumfeld mit einem positiven Projekt verbindest.

Im Alltag: Spaziergänge
Bist du auf der Suche nach kleinen Auszeiten, die du in deinen typischen Alltag einbinden kannst? Dann schnapp dir deine Kopfhörer, such dir einen spannenden Podcast und geh nach draußen. Statt deine Mittagspause nur zum Essen zu nutzen oder gar keine Pause zu machen, schaffen Spaziergänge durch Ortswechsel und frische Luft täglich Erholung.

Grundsätzlich: Langsamkeit entdecken
Überall siehst du Multi-Tasking, 24/7 Erreichbarkeit und wirst dazu ermutigt, neben deinem regulären Business noch über ein Side Hustle nachzudenken? Die Hustle Culture ist seit einigen Jahren besonders laut. Statt diesen Weg mitzugehen, lohnt sich möglicherweise ein Blick auf das Thema Slow Business oder Slow Living. Stellst du Gelassenheit auch im beruflichen Alltag in den Mittelpunkt, werden kleine Auszeiten zur Regel und du nimmst dir den Stress soweit möglich aus dem Business raus.

Fazit: Auszeiten kannst du auch im Alltag nehmen. Wichtig ist nur, dass du sie nimmst.

Wahrscheinlich hattest du diesen Gedanken auch schon beim Lesen der Vorschläge für Auszeiten im Business. Fast alles davon kannst du auch in deinen Alltag integrieren, wenn du dir die Zeit dafür nimmst. Und darum geht’s am Ende auch. Klar, richtiger Urlaub darf definitiv nicht fehlen – ich selbst komme gerade aus meiner 3-wöchigen Winterauszeit, die ich seit Beginn meiner Selbstständigkeit vor über 5 Jahren fest einplane. Wenn wir allerdings bewusst darauf achten, können wir auch viele Auszeiten in unseren Alltag einbauen und damit unseren Stress reduzieren. Wichtig ist nur, dieses Thema im Alltagsstress nicht wieder aus dem Blick zu verlieren.