Evergreen Content oder Trendthemen:

Beitragsbild Evergreen Content
©️Andrew Coelho - Unsplash

Was ist sinnvoller für den Blog?

Du stehst gerade vor der Contentplanung für deinen Blog und schlägst dich sowieso schon mit der grundsätzlichen Suche nach Themen herum, die ihre ganz eigene Herausforderung sein kann? Dann freust du dich sicherlich darüber, dich mit noch einer weiteren Frage beschäftigen zu dürfen – und zwar zur Art des Contents. Ist es sinnvoller, Artikel zu Themen zu schreiben, die langfristig relevant sind oder aktuelle Diskussionen in deiner Branche aufzugreifen? Anders gefragt: Brauchst du Evergreen Content oder Trendthemen, um mit deinem Blog sichtbar zu werden?

Was ist Evergreen Content und was hat das mit SEO zu tun?

Übersetzen wir den Begriff Evergreen Content wörtlich, entstehen daraus immergrüne Inhalte. Übersetzen wir das jetzt wiederum inhaltlich, sprechen wir von Artikeln, die langfristig relevant sind und immer wieder Leser:innen auf deinen Blog bringen. Evergreen Content ist also mehr oder weniger zeitlos und beschreibt Inhalte, die sich nicht oder nur selten und geringfügig ändern. Abhängig von deinem Fokusthema ist das beispielsweise

  • Ein Artikel zu den Unterschieden zwischen Coaching und Facilitation
  • Ein Ratgeber zum Aufbau eines Blogs
  • 5 Wege, Workloads in die Cloud zu migrieren

Ändert sich doch einmal etwas an der Definition, am Vorgehen oder gibt es neue Tipps zu einem Thema, kannst du den Artikel in der Regel einfach aktualisieren. Grundlegend neu werden Evergreen Themen meist nicht aufgebaut. Das bedeutet für dich weniger Aufwand, da du deine Artikel nicht dauerhaft aktualisieren musst. Für Suchmaschinen wie Google ist Evergreen Content ein Indikator, dass du Ahnung von deinem Thema hast, sie bevorzugen Artikel, die langfristig relevant sind. Außerdem haben Evergreen Artikel, die gut ranken, auch gute Chancen darauf, Backlinks für deine Website zu generieren, da andere Websites auf dich verweisen. Backlinks sind bei Google & Co. nach wie vor ein wichtiger Rankingfaktor.

Wann lohnt sich Evergreen Content und bringt er wirklich die meiste Sichtbarkeit?

Evergreen Content sorgt also für langfristige Sichtbarkeit in den Suchmaschinen. Damit sind diese Artikel der Weg der Wahl, oder? Tatsächlich nicht immer – wäre ja auch langweilig, wenn es eine einheitliche und klare Empfehlung gäbe. Vor allem bei eher allgemeinen Themen und Keywords mit höherem Suchvolumen triffst du bei der Erstellung von Evergreen Content nämlich schnell auf eine unerwartete Kletteretappe auf einer eigentlich als einfach gekennzeichneten Wanderung: Konkurrenz – vor allem durch die großen Marken deiner Branche.

Ob in der IT, in der Immobilienbranche oder im Marketing – du kannst dir in nahezu jeder Branche sicher sein, dass es Unternehmen mit eigenem Content Marketing Team gibt, die Artikel zu so ziemlich jedem einzelnen Keyword erstellt haben, das für Evergreen Content infrage kommt und damit die ersten Plätze in den Suchergebnissen besetzen. Gerade kleinere Unternehmen und Marken haben zu solchen Keywords auch mit perfekt optimierten Inhalten kaum eine Chance auf bessere Rankings – ihnen fehlt es aus Sicht der Suchmaschinen an Vertrauenswürdigkeit und Relevanz gegenüber den großen Marken. Statt jetzt aber umzukehren und deine Wanderung abzubrechen, gibt es alternative Routen: Nischenkeywords, Seasonal Content und Trendthemen.

  • Nischenkeywords sind mein persönlicher Favorit in der Blogarbeit. Dabei geht es um Keywords mit geringem Suchvolumen, die allerdings auch weniger Konkurrenz haben und nicht auf dem Radar der großen Marken gelandet sind. Das können beispielsweise sehr spezifische Fragen aus deinem Fachgebiet sein, die Vorstellung von sinnvollen Tools oder Unterthemen zu einem großen Themengebiet. Bei mir decken meine Artikel „Feedback geben an Freelancer“ und „Leises Marketing“ solche Keywords ab – beide haben von Anfang an auf der ersten Seite bei Google gerankt.

  • Trendthemen wiederum geben dir die Möglichkeit, spontan relevanter zu sein als die großen Marken. Greifst du aktuelle Diskussionsthemen auf, hast du durchaus Chancen, schneller einen guten Artikel zum Thema zu veröffentlichen, der von Suchmaschinen als relevant eingestuft wird. Dafür ist es wichtig, dass du immer auf dem Laufenden bleibst, was aktuelle Entwicklungen in deiner Branche angeht.

  • Saisonale Inhalte sind der Mittelweg zwischen Trendthemen und Evergreen Content. Gerade im B2C-Bereich gibt es quasi zu allen Feiertagen von Weihnachten über Ostern bis zu den verschiedenen Jahreszeiten Möglichkeiten, relevante Artikel zu veröffentlichen. Die Artikel sind zwar nur zu einem bestimmten Zeitpunkt relevant, haben aber das Potenzial, zu diesem jeweiligen Zeitpunkt im Jahr zu Evergreen Content zu werden und Traffic auf deine Website zu bringen.

Bonus-Tipps: 4 Ideen für Blogartikel, die dich langfristig sichtbar machen

  • Ratgeber: Was kannst du deinen Leser:innen erklären? Zu welchen Themen lohnt es sich, einen größeren Guide zu erstellen? Ratgeber zu den Grundlagen des Active Sourcings, zum Schreiben von Blogartikeln oder auch zu den ersten Schritten in der Fotografie können ein guter Weg sein, dich als Expert:in zu positionieren und langfristig zu relevanten Themen zu ranken.

  • Top-Listen: Welches sind die besten Tools in deiner Branche? Die Top-Tipps zu einem typischen Problem? Die schönsten Aktivitäten an einem bestimmten Reiseziel? Top-Listen gelten oft als sogenannter snackable Content und bringen dir schnell Klicks. Je nach Thema solltest du aber ab und an einen Blick auf den Artikel werfen, ob deine Empfehlungen noch aktuell sind.

  • Tutorials: Gibt es Probleme, zu denen du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellen kannst? Erkläre beispielsweise mit Screenshots, wie deine Leser:innen ihr erstes Notion-Dashboard aufsetzen können oder wie das Hinzufügen neuer Geräte zur MDM-Lösung funktioniert.

  • Grundlegende Erklärungen: In jedem Beruf gibt es Fachbegriffe, die du wahrscheinlich ganz selbstverständlich benutzt, aber bei anderen Fragezeichen in den Augen verursachen. Hier kannst du auch mit einem gesonderten Glossar arbeiten, das du vom Blog abgrenzt.

Fazit: Ein Mix aus Evergreen Content und aktuellen Themen für mehr Sichtbarkeit

Letztendlich gilt auch bei den verschiedenen Inhaltsformen auf deinem Blog: Die Mischung macht’s. Es ist definitiv sinnvoll, Evergreen Content für relevante Themen zu erstellen, die dir langfristige Sichtbarkeit in Suchmaschinen verschaffen. Zusätzlich lohnt es sich aber auch, Nischenkeywords anzuschauen, saisonale Inhalte einzukalkulieren und aktuelle Trends und Diskussionen im Blick zu halten. Frage dich auch immer, was deine Leser:innen von dir erwarten. Hast du eine entsprechende Plattform, kannst du auch eine Umfrage starten, welche Art von Content sie sich von dir wünschen. So wirst du sichtbar und gehst gleichzeitig in den wichtigen Austausch mit deiner Zielgruppe.