Blog oder Social Media:
Blog oder Social Media:

Wer macht das Rennen um die Sichtbarkeit?
Sichtbarkeit. Ein Begriff, der wahrscheinlich allen, die im Marketing arbeiten oder ein eigenes Business haben, ab und zu ziemlich auf die Nerven geht. Logisch – letztendlich wollen wir alle unsere Leistungen oder Produkte verkaufen und dafür braucht es nun mal Sichtbarkeit bei der eigenen Zielgruppe. Zwischen der täglichen Instagram-Story, dem dritten LinkedIn-Post in der Woche und dem Blogartikel, der sich immer noch nicht von alleine schreibt, kann der Wunsch nach Sichtbarkeit aber auch in Genervt-Sein übergehen. Deshalb die Frage: Brauchen wir wirklich alle Kanäle? Bringt uns letztendlich der Blog oder Social Media mehr Sichtbarkeit? Dieser Artikel ist ein Versuch, Antworten zu geben, die mehr als „kommt drauf an“ sind.
Sind Bloggen und Social Media nicht doch irgendwie das Gleiche?
Klar, sowohl ein Blog als auch dein Social Media Auftritt zählen zum Content Marketing. Du baust Sichtbarkeit und Interesse mit deinen Inhalten auf. Du teilst Wissen, Einblicke in deine Arbeit und erarbeitest dir wichtiges Vertrauen von deiner Zielgruppe. Danach hört es mit den Ähnlichkeiten aber schon mehr oder weniger auf. Blog und Social Media Marketing unterscheiden sich in ihrer Wirkung und in der Art, sie zu nutzen, ganz grundsätzlich voneinander:
Grundsätzlich veröffentlichst du auf deinem Blog Artikel unterschiedlicher Länge, die langfristig sichtbar und relevant bleiben. Social Media ist da deutlich schnelllebiger, bringt dir schneller Sichtbarkeit und Interaktion, erwartet dafür aber auch ständige Aktivität von dir, um weiterhin für den Algorithmus relevant zu bleiben. Welcher Weg letztendlich der richtige ist, kommt drauf an (sorry). Natürlich spielen deine eigenen Vorstellungen eine Rolle, aber auch die deiner Zielgruppe. Ist sie überhaupt auf Blogs unterwegs oder ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass sie dich spontan beim Scrollen durch Instagram entdeckt? Beide Wege haben ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile.
Der Blog als langfristiger Sichtbarkeitsmacher
Der Blog als langfristiger Sichtbarkeitsmacher
Veröffentlichst du Artikel auf deinem Blog, können sie dort für viele Jahre Lesende erreichen – das ist ihr großer Vorteil und der Hauptgrund, aus dem Unternehmen und Selbstständige einen Blog aufbauen. Du hast die Möglichkeit, tief in ein Thema einzutauchen, also deine Expertise zu zeigen und gleichzeitig deine Marke durch Sprachstil und Design zu repräsentieren. Gerade im B2B-Bereich recherchieren noch viele Unternehmen über die klassische Suche bei Google (oder teils auch über die KI-Suche) nach neuen Dienstleistern oder zu den Themen, für die sie Unterstützung brauchen. Gibt es von dir einen passenden Blogartikel zum Thema, der zeigt, dass du Ahnung davon hast, stehen die Chancen für eine Kontaktaufnahme gut.
Wichtig ist aber auch: Blogmarketing funktioniert nicht von heute auf morgen und braucht eigene Expertise. Du musst den Blog technisch aufsetzen, einen Contentplan erarbeiten und dabei auch noch SEO und die Relevanz von Themen für deine Zielgruppe beachten. Außerdem brauchst du Geduld, da ein Blog dir nicht sofort die nötige Sichtbarkeit und damit Kund:innen einbringt – er ist zwar eine Hilfe auf deiner Wanderroute zum Berggipfel namens Sichtbarkeit, allerdings keine Seilbahn, in die du dich einfach bequem reinsetzen kannst. Mit einem Blog sichtbar zu werden, braucht einfach seine Zeit.
Das kann ein Blog als Wanderbegleitung leisten:
- Langfristige Sichtbarkeit & Evergreen Content
- Deine Expertise zeigen & in die Tiefe gehen
- Gutes Suchmaschinen-Ranking durch SEO und GEO
- Contentbasis für Newsletter & Social Media
- Vertrauensaufbau bei deiner Zielgruppe
Da kommt ein Blog an seine Grenzen:
- Schnelle Sichtbarkeit
- Direkter Austausch mit deiner Zielgruppe
- Sichtbarkeit ohne SEO
Social Media für schnelle Reichweite mit Interaktion
Setzt du auf einen Blog, um sichtbar zu werden, nimmst du also den langen Weg zum Gipfel, oder? Dann ist am Ende vielleicht doch Social Media der bessere Trail zu einer sichtbaren Marke. Ob auf Instagram, TikTok, Pinterest oder LinkedIn – für jede Zielgruppe gibt es die passende Plattform, über die du innerhalb kürzester Zeit Sichtbarkeit und vor allem Interaktion mit deiner Zielgruppe aufbauen kannst. Verkaufst du als B2C-Unternehmen Produkte, können über Instagram & Co. mittlerweile schnell Verkäufe entstehen, auch ohne, dass jemand explizit nach deinem Angebot gesucht hat. Du greifst also auch Traffic von potenziellen Interessent:innen ab, die noch gar nicht wussten, dass sie dich suchen.
Social Media Marketing ist jedoch besonders schnelllebig. Bedeutet konkret, dass deine Posts dir nur sehr kurzfristig Sichtbarkeit bringen. Du darfst also mehrmals in der Woche Posts einplanen, Storys aufnehmen und vor allem aktiv auf Kommentare antworten. Außerdem bist du abhängig vom Algorithmus der jeweiligen Plattform (gut, das bist du ehrlich gesagt bei Google auch). Je nachdem, wie viele Kanäle du bespielen möchtest, kann Social Media schnell zum Vollzeitjob on top zu deiner Selbstständigkeit werden.
Das kann Social Media als Wanderbegleitung leisten:
- Schnelle Sichtbarkeit auf mehreren Plattformen
- Direkten Austausch mit deiner Zielgruppe
- Traffic für deine Website
- Sehr geringe Einstiegshürden
Da kommt Social Media an seine Grenzen:
- Langfristige Sichtbarkeit
- Inhaltliche Tiefe & Expertise
- Sichere Sichtbarkeit durch Abhängigkeit vom Algorithmus
Also brauche ich am Ende beides? Blog und Social Media?
Also brauche ich am Ende beides? Blog und Social Media?
Das kommt drauf an (nochmal sorry). Oft lohnt sich die Kombination aus Blogaufbau und Social Media. Im Blog kannst du deine Expertise im Detail zeigen und bei Themen in die Tiefe gehen. Über Social Media Posts kannst du deine Blogartikel anteasern und kleine Snippets als Snackable Content teilen. Gleichzeitig kannst du in den direkten Austausch mit deiner Zielgruppe gehen. Grundsätzlich ist aber auch erfolgreiches Marketing ohne Social Media oder einen Blog möglich. Und dann gibt es auch noch ganz andere Kanäle wie einen Newsletter. Um eine Entscheidung zu treffen, kannst du dich an verschiedenen Fragen orientieren:
Oft ist es sinnvoll, erstmal mit einem oder zumindest sehr wenigen Kanälen anzufangen und den Erfolg zu beobachten. Oft kann dieser erste sinnvolle Kanal dein Blog sein, gefolgt von oder gepaart mit einem Social Media Kanal, auf dem deine Zielgruppe am ehesten vertreten ist. Das kann für B2B-Leistungen etwa LinkedIn sein oder für eine junge B2C-Zielgruppe TikTok. Denk auch immer dran, dass dein erster Weg nicht in Stein gemeißelt ist. Du darfst umkehren, eine neue Route ausprobieren oder eine Zeit lang auch einfach mal die Aussicht genießen, wenn gerade alles zu viel scheint. Marketing darf Spaß machen und sich nicht wie der nächste Klotz am Bein anfühlen. Pausen sind okay, ebenso wie die Beauftragung von Freelancer:innen für dein Marketing, damit du wirklich das machen kannst, was dir Freude bringt.