Content Recycling

Beitragsbild Content Recycling
©️Nick Morrison - Unsplash

Dein Blog als Grundlage für dein gesamtes Marketing

Was machst du eigentlich mit deinen veröffentlichten Blogartikeln? Nichts? Ab und zu aktualisieren, wenn sich etwas geändert hat? Oder nutzt du sie weiter, um daraus Posts für LinkedIn, Inhalte für deinen Newsletter oder Podcast zu gewinnen? Denn darum geht es in diesem Artikel: Content Recycling. Finde heraus, wie du deinen Blog nutzen kannst, um deine anderen Kanäle von Social Media bis Newsletter zu bespielen – ganz ohne unendliche Themenrecherche und die dauerhafte Suche nach neuen Ideen.

Was ist Content Recycling konkret und wie kannst du es einsetzen?

Content Recycling definiert sich eigentlich von selbst: Du verwertest deine bestehenden Inhalte wieder, um neue daraus zu kreieren. Du kannst so beispielsweise aus deinem Blogartikel Posts für Instagram und LinkedIn erstellen, das Thema in deinen Newsletter einbringen oder in deinem Podcast mehr in die Tiefe gehen. Einsetzen kannst du diese Methode also in verschiedenen Bereichen.

  • Social Media: In den meisten Fällen wird Content für Social Media recycelt. Für Instagram, LinkedIn & Co. brauchst du schließlich mehrmals pro Woche neue Inhalte und kannst dabei schnell im Content-Planungs-Sumpf versinken. Einen Blogartikel kannst du hingegen unkompliziert in mehrere Posts, Reels oder Grafiken umwandeln, ohne dich zu wiederholen. Außerdem kannst du auf den bestehenden Artikel verlinken, wenn deine Follower mehr erfahren möchten.

  • Weiterentwicklung: Content Recycling funktioniert auch andersherum. Planst du die Veröffentlichung von digitalen Produkten, etwa eines E-Books oder eines Onlinekurses, kannst du deinen Blogartikel als Teaser verwenden und dein kostenpflichtiges Produkt auf dieser Basis entwickeln.

  • Neues Format: Aus deinem geschriebenen Text kannst du für Social Media oder YouTube Videos und Grafiken erstellen oder einfach ein kurzes Zitat als visuelles Element für deinen nächsten Post einsetzen.

  • Newsletter & Podcast: Auch für Formate wie deinen Newsletter oder deinen Podcast kannst du deine Blogartikel recyceln. Im Podcast kannst du beispielsweise zu einem Teilbereich des Artikels tiefer ins Detail oder in die Diskussion gehen. Deinen Newsletter wiederum kannst du an das Thema des Blogartikels anlehnen und einzelne Punkte darin anteasern.

Welche Vorteile bringt dir Content Recycling?

Content Recycling klingt erstmal nach viel Arbeit für dich? Ist es zugegeben auch – allerdings verursacht die Planung und Erstellung von Inhalten für deine Marketingkanäle ohne Recycling noch mehr Arbeit. Nicht umsonst siehst du immer häufiger den Tipp, dich unbedingt auf wenige Kanäle zu fokussieren, statt alle Kanäle nur halbherzig zu bespielen. Content Recycling schafft also gleich mehrere Vorteile für dich:

  • Du baust deinen Expertenstatus aus, indem du ein Thema umfassend auf mehreren Kanälen behandelst.
  • Du erhöhst deine Reichweite und gibst Menschen mehr Möglichkeiten, deine Inhalte zu sehen.
  • Du erreichst neue Zielgruppen, indem du Content auf verschiedenen Plattformen teilst.
  • Du sparst vor allem in der Themenfindung für all deine Kanäle Zeit.
  • Du brauchst nicht für jeden Post völlig frische Ideen, sondern kannst bestehende Tipps und Worte wiederverwenden.
  • Du nimmst den Druck aus der konstanten Contenterstellung heraus.
  • Du kannst häufiger und vor allem regelmäßiger posten, da du nicht immer brandneue Ideen verwerten musst.

Dein größter Vorteil liegt vor allem darin, dass du dir Zeit und Nerven sparst. Mit Sicherheit hast du auch schon vor dem leeren Newsletter oder dem leeren Post-Feld bei LinkedIn gesessen und dein Kopf wollte einfach keine sinnvolle Idee liefern. Das Problem kannst du durch Content Recycling deutlich verringern.

Content Recycling Schritt für Schritt: so legst du los

Du kannst deine Blogartikel wiederverwerten – super. Aber wie fängst du überhaupt an? Je nachdem, wie viele Plattformen du für dein Marketing nutzt, stehst du jetzt vielleicht vor einem scheinbar unerklimmbaren Berg. Damit aus der Klettertour eine entspannte Wanderung wird, habe ich dir einen Guide in 4 Schritten für dein Content Recycling erstellt.

Welche Inhalte eignen sich fürs Recycling?

Deine erste Aufgabe ist es, herauszufinden, welche Blogartikel überhaupt für das Recycling geeignet sind. Sinnvoll sind dafür vor allem Themen, die gerade aktuell sind oder die du als Evergreen Content bezeichnen kannst. Bedeutet konkret: Schreibe ich einen Artikel darüber, wie man KI-Texte erkennen kann, kann ich diesen Artikel problemlos recyceln – kaum ein Thema wird in meiner Branche im Moment mehr diskutiert. Aber auch einen Evergreen-Artikel, also einen Artikel, der langfristig relevant bleibt, kann ich recyceln: Zum Beispiel sind Tipps, wie man gute und authentische Blogartikel schreibt, immer relevant. Gehe also jeden deiner Artikel durch und überlege dir, ob er auf einer anderen Plattform relevant sein könnte.

Auf welchen Kanälen kannst du deine Bloginhalte recyceln?

Ob du schon feste Marketingkanäle hast oder gerade in den Startlöchern stehst – hinterfrage sie und achte immer darauf, wo deine Zielgruppe unterwegs ist. Ich persönlich sehe meine Zielgruppe beispielsweise vor allem auf LinkedIn, dafür weniger auf Instagram – deshalb findest du mich nur privat auf Instagram. Grundsätzlich möchte ich hier noch einmal den Tipp „Weniger ist mehr“ wiederholen. Gerade zu Beginn ist es deutlich sinnvoller, nur einige wenige Kanäle zu bespielen, als direkt täglich bei Instagram zu posten, mehrmals in der Woche bei LinkedIn und gleichzeitig einen Newsletter aufzubauen.

Erarbeite einen Workflow für das Recycling

Dieser Schritt ist der wichtigste im Content Recycling: Erarbeite dir einen Workflow, eine Routine, mit der du bei jedem neuen Blogartikel direkt die recycelten Inhalte für Social Media & Co. erstellst oder mindestens im Grundgerüst planst. So tappst du nicht so schnell in die gefährliche Falle namens Prokrastination. Schließlich musst du nicht jedes Mal neu nachdenken, wenn du ein Thema recyceln möchtest, sondern erstellst alle nötigen Inhalte gleich in einem Rutsch. Du hast also einen neuen Blogartikel geschrieben und erstellst daraus:

  • Für Pinterest
    • 10 Pins
  • Für LinkedIn
    • 2 reguläre Beiträge
    • 1 Karussell-Beitrag
  • Für Instagram
    • 3 Karussell-Beiträge
    • 3 reguläre Posts
    • 3 Reels
    • 5 Storys, um den Artikel zu promoten
  • Einen Newsletter
  • Das Script für eine Podcast-Folge
  • ein digitales Produkt als Weiterentwicklung

Die jeweilige Anzahl der Posts variiert natürlich entsprechend dem Umfang deiner Artikel. Bei einem klassischen Blogartikel von etwa 1.000 Wörtern sollte der Umfang in etwa hinkommen.

Erstelle einen Content Plan

Weißt du, wie viele Posts du jeweils zur Verfügung hast, kannst du sie jetzt in deinen Content Plan integrieren. Den Plan kannst du beispielsweise klassisch in Excel erstellen oder mit Tools wie Notion oder Click-Up. Lasse immer ein wenig Zeit zwischen den Posts zum gleichen Thema – je nachdem, wie viele weitere Themen du aktuell in der Pipeline hast. Möchtest du deine Posts automatisieren, kannst du dafür zum Beispiel Tailwind nutzen. In dem Tool kannst du deine Posts anlegen, planen und im Kalender sehen, wann du welches Thema postest. Das gibt dir eine einheitliche Übersicht – und du musst nicht selbst vor deinem Laptop sitzen, um etwas zu veröffentlichen.

Fazit: Mit wiederverwerteten Inhalten zur gelassenen Content Strategie

Zwar sieht Content Recycling auf den ersten Blick nach viel Arbeit aus, richtig umgesetzt sorgt es aber vor allem dafür, dass mehr Ruhe in dein Marketing einkehrt. Statt jeden einzelnen Post neu erfinden und planen zu müssen, kannst du mehrere Posts zu einem Thema erstellen, plattformübergreifend teilen und gleichzeitig den Traffic auf deiner Website erhöhen, indem du in den Posts auf den Artikel verlinkst. Vor allem für Phasen, in denen du dich voll auf Kundenarbeit fokussieren oder einfach mal deine freie Zeit genießen möchtest, nimmt dieser Weg den Druck aus deinem Content Marketing heraus. Und denk immer dran: Du darfst nach dem Ansatz „Marketing darf einfach sein“ handeln.