Briefing für Texter:innen

Briefing für Texter:innen erstellen
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Was ist das und wie funktioniert es?

Die Qualität der Texte, die du für deine Website oder deinen Blog in Auftrag gibst, steht und fällt mit einer Zutat: dem Briefing. Je besser du deine Wünsche und Ideen zum Ausdruck bringen kannst, desto stärker werden auch die Texte deinen Vorstellungen entsprechen. Das Content-Briefing ist dabei am Anfang jeder Zusammenarbeit eine Herausforderung. Ich möchte dir heute erklären, was man genau unter einem Briefing versteht, welche Informationen dort hineingehören und gebe dir Tipps, wie du ein perfektes Texter-Briefing erstellst.

Was versteht man überhaupt unter einem Briefing – ob für Texter:innen oder Grafiker:innen?

Ein Briefing wird immer zu Beginn einer Zusammenarbeit erstellt. Es handelt sich dabei um nichts weiter als eine Anleitung für deine Dienstleistenden: Welche Anforderungen und Wünsche hast du und wie soll dein Auftrag umgesetzt werden? Du kannst es zum Beispiel mit einer Anleitung zum Nähen eines Kleides vergleichen: Je konkretere Angaben du zum Stoff und zum Aussehen des fertigen Kleides machst, desto einfacher ist es für die nähende Person, die Anleitung zu befolgen. Vergisst du zum Beispiel, die Anleitung für die Ärmel anzugeben, sprichst dann aber davon, dass die Ärmel angenäht werden sollen, kommt es zu Problemen.

So ähnlich verhält es sich auch bei einem Briefing, das du für Texter:innen erstellst. Deine Anleitung zeigt mir als Texterin den Weg zum richtigen Stil für deine Artikel und zu den Inhalten, die du dir wünschst. Je genauer du mir beschreiben kannst, was du dir vorstellst, desto einfacher ist es für mich, deine Wünsche umzusetzen und Texte zu schreiben, die zu dir und deiner Marke passen. Aber keine Sorge – es handelt sich dabei nicht nur um eine Aufgabe für dich. Ein gutes Briefing ist immer das Produkt aus Kommunikation und Vorbereitung durch mich als Texterin.

Welche Inhalte gehören in ein Briefing speziell für Texter:innen?

Immer, wenn wir Dienstleistende beauftragen, benötigen diese ein Briefing. Abhängig von der Branche und konkreten Tätigkeit unterscheiden sich diese Briefings stark voneinander. Denn gerade im kreativen Bereich gilt: Je detaillierter das Briefing, desto einfacher die Arbeit und desto höher die Zufriedenheit. Hier findest du einen Überblick über die möglichen Inhalte eines Texter-Briefings.

Projektbezogenes Briefing

Im allgemeinen Briefing werden alle Details zum Projekt festgehalten. Hier geht es noch nicht um die konkreten einzelnen Texte, sondern um deine Marke, deine Identität und dein Konzept.

  • Überblick: Zuerst gibst du einen Überblick über das gesamte Projekt. Wie viel Content benötigst du? Handelt es sich um Artikel für den Blog, um Websitetexte oder anderen Content? In welchem Zeitrahmen soll das Projekt bearbeitet werden und welches Ziel hast du mit deinen Inhalten? Dieses Thema habt ihr bereits persönlich besprochen – es geht nur noch einmal darum, das Projekt schriftlich zusammenzufassen.
  • Zielgruppe: Wie sieht deine Zielgruppe aus? Wen möchtest du mit deinen Texten erreichen? Diese Frage spielt eine besonders wichtige Rolle, denn zielgruppengerechte Texte sorgen für höhere Interaktion mit den gewünschten Kunden und Kundinnen. Sie können sich besser mit deinen Inhalten identifizieren und fühlen sich direkt angesprochen.
  • Kundenansprache: Wie möchtest du deine Kund:innen ansprechen? Möchtest du sie duzen oder siezen? Grundsätzlich gilt hier: Wähle die Form der Anrede, die du auch in der späteren Zusammenarbeit verwendest. Ich arbeite zum Beispiel mit all meinen Kunden und Kundinnen per Du. Spätestens im persönlichen Erstkontakt duze ich sie – deshalb übernehme ich diese Ansprache auch direkt in meinen Texten. So entsteht eine Einheitlichkeit und ich vermeide Verwirrung zur Ansprache. Und ganz ehrlich – ich fühle mich immer komisch, wenn mich jemand siezt.
  • Sprachstil: Den Sprachstil zu definieren, ist eine der schwierigsten Aufgaben des Briefings. Auch hier hilft dir aber die Definition deiner Zielgruppe weiter: Versuche dich, in deine Kund:innen hineinzuversetzen und frage dich, von welchem Stil sie sich als Leser:innen abgeholt und verstanden fühlt. Vielleicht bist du auch schon auf Texte gestoßen, die einen Stil haben, den du dir wünschst. Hänge gerne Beispiele mit an.
  • Bestimmte Schreibweisen & Begriffe: Gibt es in deiner Branche bestimmte Begriffe, die man kennen sollte? Wünschst du dir für Fachbegriffe oder Marken eine bestimmte Schreibweise? Nimm alle Besonderheiten, die dir einfallen, mit ins Briefing auf.
  • No Go Begriffe: Gibt es in deinem Beruf Begriffe, die dir einen Schauer über den Rücken laufen lassen? Möchtest du mit konkreten Leistungen oder Aussagen auf keinen Fall in Verbindung gebracht werden? Dann nimm diese Begriffe direkt mit ins Briefing auf – besonders, wenn es sich dabei um Themen handelt, die in deinem Berufsfeld umstritten sind.
Textspezifisches Briefing

Zusätzlich zum Briefing für das gesamte Projekt solltest du dir auch Gedanken über die einzelnen Texte machen. Hier werden die meisten Texter:innen auch bereits Empfehlungen aussprechen, etwa zur benötigten Länge bei SEO-Texten oder zu einem möglichen FAQ-Bereich. Diesen Teil des Briefings könnt ihr auch gemeinsam im Meeting erstellen. Wenn du dir jedoch erst in Ruhe Gedanken darüber machen möchtest, findest du hier die benötigten Inhalte.

  • Keywords: Sollen deine Texte für Google oder andere Suchmaschinen optimiert werden, benötigt ihr ein Keyword-Set dafür. Solltest du bereits Vorstellungen haben oder selbst eine Recherche durchgeführt haben, kannst du diese Infos ins Briefing integrieren.
  • Thema: Welches Thema soll der Text behandeln? Gibt es Unterthemen, die dir besonders wichtig sind und Themen, die du lieber aus dem Text heraushalten möchtest? Versuche gerade bei umfangreichen Themen, einen Fokus festzulegen, der dir wichtig ist.
  • Länge: Welche Textlänge wünschst du dir? Möchtest du daraus eine kleine Unterseite bauen und du benötigst deshalb nur wenig Inhalt? Oder möchtest du einen wissensbasierten Blogartikel damit füllen? Gib den Umfang nach Möglichkeit in Worten statt in Seiten an – die Seitenanzahl hängt am Ende stark von Elementen wie Überschriften, Aufzählungen und Schriftdaten ab.
  • Struktur: Hast du bereits erste Wünsche für die Struktur des Textes? Gerade bei Websitetexten sollte dieser Teil ins Briefing mit aufgenommen werden. Oft lohnt es sich auch, Texter:in und Webdesigner:in zu vernetzen, damit sie Hand in Hand arbeiten können, sodass Design und Text am Ende optimal zusammenpassen.
  • Quellen: Gibt es Websites oder Blogs zum Thema, die dir gut gefallen? Hänge sie gerne als Inspiration mit an. Gib unbedingt mit an, ob es dir nur um den Inhalt oder auch um den Schreibstil der einzelnen Quellen geht.

Briefing für Texter erstellen: 3 Tipps für die Kundenseite

Vielleicht bist du jetzt ein wenig überfordert und weißt nicht so richtig, wie du das perfekte Texter-Briefing erstellen kannst. Mach dir keine Sorgen darum: Für das Briefing erhältst du immer einen individuellen Leitfaden. Die meisten Texter:innen arbeiten mit einem Fragebogen und sprechen dich auf offene Punkte an, falls ihnen noch Informationen fehlen. Ich habe dir dennoch ein paar Tipps zusammengestellt, die dir das Briefing erleichtern.

Suche im Vorfeld nach Beispielen

Die eigenen Wünsche zu beschreiben ist oft eine echte Herausforderung. Welches Adjektiv beschreibt am besten den Schreibstil, den du dir vorstellst? Wie beschreibst du am besten die Struktur, die du dir vorstellst? Um dir die Beschreibung zu erleichtern, kannst du dich einfach auf die Suche nach Websites machen, die dir gut gefallen. Dabei müssen sie nicht das Thema widerspiegeln, um das es bei deinem Projekt geht – nur den Sprachstil oder die Struktur. Schreibe am besten dazu, was dir an diesen Beispielen gefällt – so kann der:die Texter:in deine Ideen besser verstehen und selbst visualisieren.

Frag im Zweifel nach

Auch, wenn wir Texter:innen immer unser Bestes geben: Nicht immer sind die Fragen im Briefing eindeutig und perfekt verständlich. Bist du dir nicht sicher, was genau du im Briefing angeben sollst, frag einfach nach. Ein Briefing ist schließlich nicht ausschließlich deine Arbeit, sondern ein Zusammenwirken zwischen dir und deinem Dienstleistenden. Erhältst du zu Beginn der Zusammenarbeit keinen Fragebogen, sprich das ruhig an – du musst ein Briefing nicht eigenständig aus dem Boden stampfen.

Halte dich an deine bisherigen Aussagen

Hier handelt es sich weniger um einen konkreten Tipp für die Erstellung eines Briefings als eher um einen Wunsch, den sicherlich alle Texter:innen unterschreiben: Halte dich an das, was du sagst. Gehe den Fragebogen für dein Briefing in Ruhe durch und lasse dir deine Antworten noch einmal durch den Kopf gehen, bevor du das Briefing final abschickst. Deine Angaben können zwar auch im Nachgang noch angepasst werden – das führt jedoch für den:die Texter:in zu einem erheblichen Mehraufwand und bringt schnell Konfliktpotenzial mit sich.

Ein Briefing für Texter:innen ist eine gemeinsame Aufgabe

Zugegeben: Zu Beginn einer Zusammenarbeit ein detailliertes Briefing zu erstellen, verursacht Arbeit und kostet Zeit. Dennoch ist ein gut durchdachtes Briefing unumgänglich für ein Endergebnis, das am Ende zu dir und deinen Vorstellungen für dein Marketing passt. Nimm dir also Zeit und denke in Ruhe über deine Wünsche nach. Stelle Fragen, wenn du dir unsicher bist und hole dir vielleicht auch Tipps von Texter:innen-Seite ein. Nicht alle Fragen musst du alleine beantworten. Ein Briefing ist immer das Produkt aus der Zusammenarbeit zwischen Texter:in und Auftraggeber:in. Je intensiver ihr euch gemeinsam damit beschäftigt, desto erfolgreicher wird auch eure Zusammenarbeit.